Die Programmiersprache Ruby

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BeitragVerfasst: 09 Feb 2016, 11:21 
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Nuby

Registriert: 09 Feb 2016, 10:14
Beiträge: 2
Hallo,

die Popularität scheint bei Ruby on Rails 2009, 2010, 2011 seinen Höhepunkt gehabt zu haben und danach ging es schlagartig abwärts. Andere PHP Frameworks wie Laravel oder CakePHP oder Symphony sprangen wie Pilze aus dem Boden. Ich hab mir Laravel etwas genauer angeschaut und erkennte grundsätzliche Rails Konzepte 1:1 wieder, also hier hat man sich freizügig an den Ideen von Rails bedient und fährt damit Erfolge eine. Also nur alter Wein in neuen Schläuchen ?

Deshalb frage ich mich "Was kann ein PHP Framework - was Ruby on Rails nicht längst schon kann " ?

Gegensatz:
- Die letzten deutschen Rails Bücher stammen aus dem Jahr 2012.
- Es gibt nur ein englischen Buch aus 2013 das mit Version 4.0 einigermaßen aktuell ist (Agile Web Develop...)
- Die deutsche rubyonrails.de Seite hat Ihr letztes Update 2012 bekommen.
- Viele Deutsche User Gruppen haben Ihre Aktivität 2012 oder 2013 eingestellt.
- Auf rubyonrails.org gab es 2015 kein Update von Rails, im Dez 2014 letzte Version 4.2,
erst jetzt nach einem Jahr 2016 wird mit Rails 5.0 posaunt

Gegensatz:
Liest man ein englischen Seiten von erfahrenen Programmierern, so sagen viele : das Rails besser als ein PHP Framework sei, Argumente:
- Die Lernkurve ist zwar steiler als bei PHP, aber wenn man sich an die Konventionen gewöhnt hat, kann man damit später - schneller - Entwickeln
- strikte Trennung zwischen M-V-C
- spätere Code Änderungen seien leichter implementierbar
- Laravel wird als Vergleichbar gehalten, ähnliche Ansätze, also keine Features die nur in Laravel verfügbar sind.
- PHP wird als unsicherer gegenüber Ruby eingeschätzt
- Rails soll etwas langsamer im Web Server laufen als ein PHP Framework
- Rails ist besser für große Web Projekte geeignet als ein PHP Framewrok
- In PHP (bzw. PHP Framework) guten Code zu produzieren ist schwer, leichter ist es erst mal irgendeinen Code ohne Struktur zu schreiben. Rails lässt dies nicht zu, die Konventionen sind so hart, das man von Anfang an gezwungen ist in diesen Bahnen zu bleiben. Daher ist der Code von Anfang an sauber.
- Wenn ein Web Projekt neu beginnt, wäre es sinnvoll über den Einsatz von Rails nachzudenken, da aber PHP älter als Ruby ist (zumindest in Deutschland) und viele alte Projekte in PHP realisiert sind, wird PHP bzw deren Frameworks für eine Fortsetzung des Projekts den Vorzug gegeben.
- Ruby ist von Anfang an konsequent Objekt orientiert, alles ist ein Objekt. PHP hat die Objekt Fähigkeiten erst später dazu gelernt, ist aber nicht so konsequent.

Wenn also Rails gar nicht so schlecht ist, warum führt Rails dann so ein "unberechtigtes" Nischendasein ?


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BeitragVerfasst: 09 Feb 2016, 15:41 
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Interpreter
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Techniker: „Hochentwickeltes Webframework, perfekt für fortgeschrittene Entwickler mit hohem Qualitätsanspruch!”
Chef: „Ich will keine hohe Qualität, das muss SCHNELL gehen!“
Techniker: „Ja, äh, mit RubyOnRails kann man notfalls auch schnell programmieren.“
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Techniker: „Wohl nicht...“
Chef: „Kann man RubyOnRails so schnell lernen wie PHP?“
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Chef: „Mir ist doch guter Code egal, es muss schnell gehen und laufen! Ich kann keine Rails-Entwickler einstellen, wir müssen sparen.“
Techniker: „Aber...“
Chef: „Kein Aber. Wir nehmen PHP. Kann jeder Depp, und es entstehen weniger Kosten.“

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Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! — Immanuel Kant

Ich bin freischaffender Softwareentwickler und freue mich über jedes neue Projekt. Kontaktinformation auf meiner Website.

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BeitragVerfasst: 09 Feb 2016, 17:37 
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Interpreter

Registriert: 10 Dez 2007, 17:37
Beiträge: 1906
Zitat:
Auf rubyonrails.org gab es 2015 kein Update von Rails, im Dez 2014 letzte Version 4.2,


Keine Ahnung wo du diese Daten her nimmst, aber wenn du hier schaust,
dann gab es 2015 5 Releases. Zum Teil waren das Bug-Fixes zum Teil aber auch weiter Entwicklungen. Wenn man bedenkt, dass noch parallel an Version 5 gearbeitet wurde, dann ist das eine Menge.

Zitat:
Die letzten deutschen Rails Bücher stammen aus dem Jahr 2012.


Das hat im Rails Umfeld nichts zu sagen. Ich kann jeden nur bedauern, der versucht ein Rails-Buch zu schreiben. Wenn das Buch endlich fertig ist, dann ist die Hälfte der Informationen obsolet. Selbst das Buch "The Rails Way", schafft es nicht da Schritt zu halten.

Viele die Rails einsetzen wollen "On the Edge" leben und nutzen dafür lieber das Netz und englisch sprachige Literatur.

Der deutsche Markt ist einfach zu klein, um deutsche Bücher zu dem Thema zu schreiben.

Man darf auch nicht vergessen, das der Buchmarkt im Umbruch ist. Ein Autor hat mir gesagt, bevor er
wieder ein Buch schreiben würde, würde er eher Screen-Casts erstellen. Da ist der Aufwand nicht viel Höher aber die Marge. ... Die Screen-Casts würde er dann auch nur in englisch erstellen um ein größeres
Publikum zu erreichen.

Zitat:
Es gibt nur ein englischen Buch aus 2013 das mit Version 4.0 einigermaßen aktuell ist (Agile Web Develop...)


Die Gründe habe ich gerade genannt und das aktuellere Buch ist "The Rails 4 Way" von 2014.

Zitat:
Die deutsche rubyonrails.de Seite hat Ihr letztes Update 2012 bekommen.


Ein ähnliche Diskussion gab es hier schon im Forum, warum die deutsche Ruby Community
nicht in deutschen Foren vertreten ist, oder diese nicht nutzt.

Zitat:
erst jetzt nach einem Jahr 2016 wird mit Rails 5.0 posaunt


Wer sich mit Rails beschäftigt, der weiss, dass auch Minor-Releases genug neues bringen, wo andere schon Major Releases draus machen würden. Wenn man nicht auf semantic Versioning setzt (was man bei Rails nicht macht), dann ist die Versionsnummer zu einem großen Teil Marketing.

Zitat:
Wenn also Rails gar nicht so schlecht ist, warum führt Rails dann so ein "unberechtigtes" Nischendasein


Erstmal darf man nicht vergessen, das Rails ein Framework ist,
also müsste man ein ähnliches php-Framework nehmen und schauen, wie verbreitet dieses ist. Ich glaube, wenn man das nicht nur auf den deutschsprachigen Raum beschränkt, dann sieht das gar nicht so schlecht für Rails aus.

Ein grundlegendes Problem ist für mich die Verbreitung von Ruby. php ist bei fast jedem Webhosting-Paket dabei. Bei ruby sieht das anders aus. Die meisten php Projekte kann man durch ein einfaches kopieren via ftp deployen. Ruby unterstützen die meisten Webhoster nicht so gut. Das ist schon mal eine sehr große Einstiegshürde.

Ein weiteres Problem ist die Verfügbarkeit von Ruby/Rails-Entwicklern. Einen php-Entwickler bekommt man fast an jeder Straßen-Ecke, bei ruby-Entwicklern sieht das anders aus.

Ansonsten hat Quintus schon gute Gründe genannt.

_________________
Grüße
Jack


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BeitragVerfasst: 10 Feb 2016, 01:17 
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Nuby

Registriert: 09 Feb 2016, 10:14
Beiträge: 2
Danke für die schnellen Antworten.

Verstehe ich das also richtig :

Rein technisch gesehen gibt es kein wirkliches KO-Kriterium gegen Rails. Rails ist auf der Höhe der Zeit und kann durchaus mit den populären PHP Frameworks mithalten ? Wir haben es mit einem Henne-Ei Problem zu tun ? Ohne Rails Programmierer sind die Hoster nicht gezwungen Rails anzubieten, bzw. ohne Rails auf dem Web-Hosting wird es für einen Rails Programmierer sehr eng ?

Für die professionelle Web Seiten Entwicklung, wo Kunden viel Geld zahlen für die Umsetzung Ihrer Wünsche und Vorstellungen - ist die Realisierungszeit wichtiger als die Qualität des Produkts ? Oder sind die Ansprüche dieser Kunden gesunken ? Oder wird doch nicht so viel Geld bezahlt - und die Web Entwickler "Buden" sind gezwungen schnell ein (irgendein) Ergebnis zu präsentieren ?

Also ist Rails nur noch ein Hobby für private Web Seiten Bauer die sich noch in Ihrer Freizeit den Luxus gönnen - qualitativ hochwertigen
Code und schnell anpassbare Web Projekte zu realisieren ?


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BeitragVerfasst: 10 Feb 2016, 09:27 
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Interpreter

Registriert: 10 Dez 2007, 17:37
Beiträge: 1906
Zitat:
Rein technisch gesehen gibt es kein wirkliches KO-Kriterium gegen Rails.


Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Bei jedem Projekt muss man genau schauen,
was die Anforderungen sind. Da kann es genau so gut KO-Kriterien für php oder Java geben.

Unter Umständen braucht man für das aktuelle Projekt auch etwas wie nodejs.

Wenn ich mich aber zw. php und ruby entscheiden muss für ein Projekt. Mein Server Ruby unterstützt dann fällt meine Wahl
auf Ruby und wenn es dann noch ein Framework sein soll auf Rails.

Zitat:
Rails ist auf der Höhe der Zeit und kann durchaus mit den populären PHP Frameworks mithalten ?


Ist die Frage mit welchen Framework. Da müsste man die Features vergleichen. Ich denke aber ja. Mit Rails 5 kommt jetzt
auch Websocket Unterstützung.

Zitat:
Wir haben es mit einem Henne-Ei Problem zu tun ?
Ohne Rails Programmierer sind die Hoster nicht gezwungen Rails anzubieten, bzw. ohne Rails auf dem Web-Hosting wird es für einen Rails Programmierer sehr eng ?


Nicht ganz. Nur die Einstiegshürde ist höher. Ein root Server geht immer. Die Frage ist dann halt nur,
wer sich einen solchen Leisten und betreuen will.

Zitat:
Für die professionelle Web Seiten Entwicklung, wo Kunden viel Geld zahlen für die Umsetzung Ihrer Wünsche und Vorstellungen - ist die Realisierungszeit wichtiger als die Qualität des Produkts ? Oder sind die Ansprüche dieser Kunden gesunken ?
Oder wird doch nicht so viel Geld bezahlt - und die Web Entwickler "Buden" sind gezwungen schnell ein (irgendein) Ergebnis zu präsentieren ?


Man kann nicht alle über einen Kamm Scheren. Manche Kunden sind so, andere so. Und Software-Qualität ist ein ganz anderes Problem, was nicht allein mit Rails zu tun hat.

Zitat:
Also ist Rails nur noch ein Hobby für private Web Seiten Bauer die sich noch in Ihrer Freizeit den Luxus gönnen - qualitativ hochwertigen
Code und schnell anpassbare Web Projekte zu realisieren ?


LoL, keine Ahnung wie du darauf kommst. Es gibt sehr viele Firmen in Deutschland, die Rails einsetzen oder neue Projekte mit Rails starten.

_________________
Grüße
Jack


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