sig hat geschrieben:
Das entspricht also in etwa der Paketverwaltung bei Linux.
Ja, und auch bei anderen Programmiersprachen findest du ähnliche Ansätze, bei Perl etwa CPAN (korrigiert mich, wenn ich das falsch in Erinnerung habe). Problematisch mit dem eigentlich sinnvollen Ansatz ist, dass RubyGems-Pakete gerne mit denen des tatsächlichen Paketmanagers einer Distribution kollidieren, so bietet Ubuntu beispielsweise aus den Paketquellen ein RMagick an, das du aber auch über RubyGems (in einer vermutlich neueren Version) beziehen kannst. Ich würde in jedem Falle die über RubyGems angeboten Pakete vorziehen, weil sie nicht der strengen Paketpolitik so mancher Distribution unterliegen.
sig hat geschrieben:
(Der Vater meines Freundes war Latein-Profi und schimpfte immer:
Käsar und Kikero gingen in den Kirkus und rauchten eine dicke Kikarre!)

sig hat geschrieben:
Ubuntu ist halt sehr gut erklärt und bzgl. Updates immer voll da. - Arch hatte ich allerdings noch nicht. Welche Besonderheiten sagen dir dort zu?
Die Firma hinter Ubuntu, Canonical, trifft Entscheidungen m.E. an der Community vorbei, was dem Grundprinzip von Open-Source-Software zuwiderläuft. Außerdem war mir Ubuntu nie aktuell genug, ständig hinkt man zahlreiche Versionen hinter dem aktuellen Upstream-Stand hinterher. Arch Linux (deutschsprachige Homepage:
https://www.archlinux.de) ist eine Rolling-Release-Distribution, die a) immer die aktuellste Upstream-Software anbietet und b) nicht unnötig daran herumpatcht, sodass Bugs direkt an Upstream gemeldet werden müssen. Arch Linux ist aber eine ziemliche Handardbeits-Distribution, ein frisch installiertes Arch besteht eigentlich nur aus einer Root-Shell und den grundlegenden Linux-Tools sowie dem Paketmanager
pacman. Alles, was darüber hinausgeht, musst du schön in Hardarbeit einrichten, was zwar schwierig sein kann, aber man lernt eine Menge darüber, wie das System eigentlich funktioniert. Und noch besser: Du weißt
ganz genau, was du eigentlich für ein System mit welcher Software hast. Kurzum: Wenn du dich mit den Linux-Grundlagen auskennst und tiefer in die Materie eintauchen willst, ist Arch einen Blick wert.
sig hat geschrieben:
Doch wie ich das sehe, ist Ruby einfacher auf Linux auszuführen
Ruby selbst ist da noch nicht einmal direkt von betroffen (bis auf ein lästiges Zeitproblem mit #require, das in 1.9.3 aber wohl gelöst wurde), es ist nur vielmehr so, dass du unter Windows aufgrund der fehlenden Paketverwaltung sehr schnell ins Chaos rennst, wenn du versuchst, die ganzen externen Abhängigkeiten an Programmbibliotheken sauber zu installieren (und auch aktuell zu halten!). Kompilieren unter Windows dauert pragmatisch gesehen auch einfach länger, wieso weiß ich nicht, kann ich aber aus eigener Erfahrung sagen (getestet aber nur mit GCC).
sig hat geschrieben:
// Ahja, hab deine site angeschaut - Kompilierung - sehr gut gemacht!

Erinnert an die alten Zeiten, als man Linux noch kompilieren musste...
Kompilierung ist nicht altmodisch. Es gibt viele Gründe, sich Software selbst zu kompilieren, was vom direkten Entwickeln und Verbessern über Aktualität bis hin zu sonstiger Nichtverfügbarkeit reicht. Insbesondere die Möglichkeit, eigene Feineinstellungen vor der Kompilation vorzunehmen, ist sehr praktisch. Beispielsweise kenne ich kein vorkompiliertes Paket-Ruby, das Psych, Rubys neuen YAML-Parser, enthält; um den zu kriegen, muss ich Ruby selbst kompilieren.
sig hat geschrieben:
da hatten wir cygwin - damit kann man Linux-Befehle unter Windows ausführen...
Ja, man kann Ruby auch unter Cygwin kompilieren. Habe ich auch irgendwann mal gemacht, ist aber schon ein Weilchen her. Der übliche Weg, Ruby unter Windows zu kompilieren, ist jedoch
MinGW/MSYS oder gleich den damit erstellten
RubyInstaller zu verwenden, der gar keine Kompilierung mehr erfordert.
Vale,
Quintus
_________________
Habe den Mut, dich deines eigenen
Verstandes zu bedienen! — Immanuel Kant
Mein Blog | Auf Twitter:
@qquintilianus | PGP/GPG-Schlüssel: BF3A 614B D62B A4A0 C292 141C B875 5CB1
C592 A85AHelft beim OpenRubyRMK, einem freien Programm zum erstellen von RPGs! (
→ GitHub-Projekt)