Die Programmiersprache Ruby

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 08:52 
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Ich glaube auch, dass es einfach zu wenig Bücher über Ruby gibt. Möglicherweise haben die Japaner zu wenig Manpower um Ruby schneller voran zu bringen. Wenn der interne Aufbau von Ruby besser dokumentiert wäre, könnte auch viel mehr Leute da mithelfen.

Natürlich stimmt es auch, dass viele Projekte einschlafen und nicht fertig gestellt werden. Aber dieses Problem gibt es bei Python und Perl auch. Bei Perl ist dies Problem vielleicht nicht so gravierend, weil es Sponsoren gibt, die für bestimmte Entwicklungen einfach sehr viel Geld bezahlen können. Diese Möglichkeiten haben Ruby und Python leider nicht.

Zambo


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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 09:23 
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mike42 hat geschrieben:
- Hex: A Ruby Murphy Mystery (Ruby Murphy Mysteries)

Ja, murphy kann manchmal echte Ruby Mysteries posten... :)

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 09:52 
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Zambo hat geschrieben:
Ich glaube auch, dass es einfach zu wenig Bücher über Ruby gibt.
Ich denke, hier arbeitet die Zeit für Ruby. Gucke ich mir an, was dieses Jahr noch an Ruby-Büchern auf den Markt geworfen wird, so huscht mir ein leichtes Grinsen übers Gesicht: Endlich die alte deutsche Übersetzung der Pickaxe zur Seite legen können. Endlich das uralte Ruby-Einstiegsseminar misshandeln - kann es etwas Schöneres geben? Zu ihrer Zeit waren sie gut...

edit:
--
- 30. April 2006: Enterprise Integration with Ruby (Pragmatic Bookshelf) ISBN: 0976694069
- 30. Juni 2006: Ruby for Rails (Manning) ISBN: 1932394699
--
- August 2006: Ruby und Rails. schnell + kompakt (Software & Support) ISBN: 3939084085
- 31. August 2006: Programming the Ruby Way (Sams) ISBN: 0672328844
- September 2006: Ruby Cookbook (Cookbooks (O'Reilly)) ISBN: 0596523696
- November 2006: Der Ruby-Atlas (Springer) ISBN: 3540007628

Warum Ruby momentan nix ist in Vergleich zu anderen Sprachen, liegt an der Lobby und ihrer Zusammensetzung: Hauptsächlich Hobby-Programmierer. Ich denke allerdings, dass es hier wie mit anderen Errungenschaften ist. Dass man damit Geld machen kann, das merken die da oben erst, wenn sich eine breite Vorhut gebildet hat, die Sachen erfindet, die besser sind, als derzeitige Lösungen. Und ich spreche hier nicht von geplanten und halbfertigen Projekten, sondern von Dingen, wie eben Rails, Ruby-One-Click-Installer etc. Wir können ja wohl nicht ernsthaft erwarten, dass sich Unternehmen nur deswegen auf Ruby einschießen, damit die angestellten Programmierer hübschen Code schreiben. Da zählt, was hinten rauskommt. Es fragt doch niemand danach, wie iTunes programmiert ist (klar, ist eine Cocoa-Anwendung in ObjC). Fakt ist, das Ding ist brauchbar für die Massen. Ich schließe daraus, dass Ruby tatsächlich eine Killer-Applikation (ich hasse dieses Wort *grml*) braucht, die jeder haben will. Es müsste Ruby installiert werden auf jedem Rechner, so wie man die Festplatten auch mit dem JRE/JDK bemalt. Wenn es erstmal da ist, dann finden sich meist Leute, die fragen: Wow, wie kann ich so eine geile Anwendung auch machen? Es geht also nicht um so geekige Anwendungen wie Rails, die nur die Kenner und Halbkenner interessiert, sondern es geht um die Macht, die die Endanwender haben. Die kleinen, geekigen Programmierer werden sich nur schwer von ihren liebgewonnenen Gewohnheiten trennen, wenn nicht ein gewisser Mainstream/Druck herrscht.

Im Zuge dessen: Wo liegt denn momentan dieser Druck? Welche Sprache ist gerade voll angesagt?

azuby

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Zuletzt geändert von azuby am 19 Apr 2006, 14:09, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 10:04 
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Da stimme ich Azuby mal voll zu. Es muss einfach diese "Killerapplikation" geben. Das würde die Sache auf jeden Fall einfacher machen.

Aber vielleicht würde es auch reichen wenn sich jeder von den Hobbyprogrammierern mal an die eigene Nase fasst und seine Projekte hinter denen bestimmt tolle Ideen stecken nicht schon in der Planungsphase links liegen lässt. Oder halt die vielen guten Ansätze die es gibt weiter verfolgt und die Projekte zuende bringt. Ich kenne da so einen Kollegen der sehr sehr viele Ideen (z.T. auch gute ;) ) hatte aber die meisten gleich wieder verworfen oder nie komplett umgesetzt hat. Vielleicht wäre da schon die "Killerappllikation" dabei gewesen.

Das Ziel müsste es wirklich sein, das Ruby wie JRE/JDK wirklich auf jeder Maschine installiert ist. Aber um das zu erreichen muss es natürlich wieder passende Applikationen geben, die die Leute haben wollen.

Wie ihr seht es muss einfach "bessere" Applikationen in Ruby geben, die vor allem die Masse ansprechen.

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 10:12 
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das ziel "anwendung die jeder will" erreicht man schnell mit einem ziemlich guten p2p programm ;) - bittorrent hats vorgemacht.


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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 10:29 
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Olli hat geschrieben:
das ziel "anwendung die jeder will" erreicht man schnell mit einem ziemlich guten p2p programm ;) - bittorrent hats vorgemacht.

Bittorrent ist aber auch ein P2P-Protokoll, und keine Programmiersprache :)

Aber du hast insofern Recht, eine echte Killer-App muss etwas richtig nuetzliches tun, nicht nur fuer Programmierer. Den normalen Anwender wirds vermutlich egal sein ob das jetzt mit Ruby, Python oder Befunge laeuft, aber wenn ein Programm eine weite Verbreitung erreicht, werden andere Entwickler (und Firmen) darauf aufmerksam -> We would be one step closer to world domination! ;)

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 10:51 
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ri
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Ich glaube einem Endanwender ist es herzlich wurscht in welcher Sprache etwas programmiert ist.
Der interessiert sich dafuer genau gar nicht.

Was glaub ich in diesem Zusammenhang wirklich mehr als Killerapplikation notwendig ist sind Dinge wie Rubybindings fuer .NET und mono (nicht diese halbfertigen Dinge mit da ein Workaround, dort ein Workaround, sondern endlich mal was sang und klanglos funktionierendes), und eine Bibliothekssammlung, in das nur dann Libs aufgenommen werden, die auch dokumentiert und produktionsreif sind. Es wurde schon erwaehnt, dass manche Leute wieder Perl verwenden wenn ihnen etwas abgeht. Kann ich gut verstehen.

Das und ein bisschen Werbung und Ruby geht wieder voran.

Achja, nochwas: Ein wenig habe ich schon die "Flitze" vor Ruby 2. Warum? Es gibt leute die sich nichtmal einen JAR Player (ich nenn das jetzt mal so) installieren wollen. Bin ich froh dass es Rubyscript2exe gibt. Denn sonst koennt ich keines meiner kleinen Proggies weitergeben.


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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 10:55 
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azuby hat geschrieben:
Es müsste Ruby installiert werden auf jedem Rechner, so wie man die Festplatten auch mit dem JRE/JDK bemalt. Wenn es erstmal da ist, dann finden sich meist Leute, ...

die es sehr wohl für erst kleinere Wegwerfanwendungen und dann immer zentraler brauchen. So ist Perl gross geworden.

Man sollte auch nicht übersehen, dass ein Programmierer meist nicht die Software installieren darf, die er möchte, sondern die zur Verfügung hat, die im Firmenumfeld zugelassen ist. Oft geht da in grossen industriellen Umfeldern so weit, dass es eine ganze Genehmigungskette durchlaufen muss.

Wenn dann etwas sowieso verfügbar ist, wird es genommen. Es ist in diesen Umfeldern immer leichter eine neue Sprache zu lernen, als eine gewünschte Sprache bereitgestellt zu bekommen.

Etwas heimlich zu installieren nutzt da auch nichts, sondern zieht eher eine Kündigung als ein Lob nach sich.

Noch mal zu Verbreitung und Sponsoring.

Wenn ich auf Google nach der Kombination uni informatik python suche, erhalte ich Seitenweise links zu Anwendungen, Vorlesungen etc.

Wen ich das mit ruby statt python mache, erhalte ich viele Links, bei denen jemand Ruby als Teil seines Namens hat, einen Link zu einem gewissen Kornelius Kalnbach :wink: und einen - aber nur einen - wirklich interessanten und unerwarteten Link - http://www.unibw.de/inf2/Lehre/WT06/PraktUebersetzerbau, der Institut für Softwaretechnologie, Fakultät für Informatik, Universität der Bundeswehr München. Dort steht für ein Übersetzerbau-Praktikum folgender Text
Zitat:
Als Programmiersprache wird Ruby verwendet, das sich wegen folgender Eigenschaften besonders zur prototypischen Implementierung von Compiler-Compiler-Komponenten eignet:

1. direkte Unterstützung regulärer Muster
2. objektorientierte Programmstruktur
3. funktionale Konzepte (closures) für flexible Verarbeitung
4. flexible Datenstrukturen: erweiterbare Arrays und Hash-Tabellen
5. Reflection und direkte Ausführung generierter Programme
6. Typfreiheit (!!!)

Nun mag nicht jeder darüber glücklich sein, aber Ruby hat damit schon jetzt fast sicher eine Zukunft im militärischen Umfeld. Da jede Software, die in Deutschland in den Firmen, die militärische Entwicklung machen, einen längeren Zulassungszyklus durchlaufen muss, dürfte Ruby wegen dieser Sponsoring-Vorgeschichte längerfristig eine Zukunft bereitet sein.

Von der weiteren Entwicklung werden wir hier im Forum allerdings nicht unbedingt viel erfahren.

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Zuletzt geändert von WoNáDo am 19 Apr 2006, 10:58, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 10:58 
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Mir fiel gerade beim Frühstücken (keine Kommentare dazu bitte :D ) ein, dass es noch eine andere Sache gibt, die Ruby nicht ganz so attracktiv macht. Ich meine nicht die Langsamkeit im Vergleich zu C/C++, sondern die Tatsache, dass man hier den reinen Quellcode weitergibt - also zum Teil Firmenkapital. In Java haben sie Bytecode in .class-Dateien, bei denen die Ideen zumindest nicht so schnell geklaut werden können.

Mir fällt hier Wolfgangs Frage aus den letzten Monaten ein, die sich darauf bezog, wie er seinen Code (ich glaub, es waren Regexen) schützen kann. Für OpenSource ist Ruby super geeignet, weil sie einfach ist und man darüber hinaus nix kompilieren muss. Aber diese Offenheit freut Firmen nicht besonders, wenn sie ein Produkt verkaufen wollen.

edit:
Olli hat geschrieben:
das ziel "anwendung die jeder will" erreicht man schnell mit einem ziemlich guten p2p programm ;) - bittorrent hats vorgemacht.
Irgendwie denke ich, dass der Zug bald abgefahren ist. Aber wie wäre es mit einem Freenet-Browser in Ruby? Ach nee, doch ganz schön geekig :D

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 11:03 
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azuby hat geschrieben:
Aber diese Offenheit freut Firmen nicht besonders, wenn sie ein Produkt verkaufen wollen.

Bei den eben gerade von mir angesprochenen militärischen Bereichen spielt das keine Rolle, genauso wenig wie im industriellen Grossbereich. Da erhält der Kunde eh alles (Quellen, Doku, Design,...) und betreibt es selber.

Ich meinte eher den Dienstleistungsbereich und Tools. Wenn ich irgendwo hingehe und meinen Werkzeugkasten mitnehme, will ich natürlich nicht, dass die Firma ihn später, ohne mir dafür zu zahlen, weiter einfach so benutzen kann.

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 11:07 
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Sicherlich ist es dem Endanwender egal ob seine Software in Java oder in Ruby geschrieben ist. Aber die Leute die etwas bewegen können bzw. die "wichtigen" Personen wissen was dahinter steckt und werden es dementsprechend auch erwähnen bzw. zu schätzen wissen.

Nur so erreicht man weite Verbreitung. Und mal ganz ehrlich, diese vielen (möglicherweise richtig nützlichen) Tools und Scripte für Developer mögen ja ganz nett sein, aber sie sind eben nur für Entwickler nützlich. Und das trägt herzlich wenig zur Verbreitung von Ruby bei.

@WoNáDo
Sicherlich ist der Einsatz in Firmen nicht ganz ohne. Ich weiss leider nicht wie das so üblicherweise gehandhabt wird, aber wir hier z.B. hatten den Auftrag eine Webapplikation zu erstellen. Ursprünglich war eine ASP.net Applikation angedacht. Allerdings gab es einen gewissen Zeitdruck der DanielBovensiepen und mich dazu veranlasste das ganze mit Rails umzusetzten. Letzten Endes war es wohl egal wie es realisiert wurde und nur alle begeistert das es lief :)
Das ist sicherlich der Optimalfall aber ich denke wir sollten einfach versuchen überall wo nur möglich Ruby einzusetzen.

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 11:52 
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azuby hat geschrieben:
Hauptsächlich Hobby-Programmierer.

Ich glaube nicht, dass das bei anderen frei verfügbaren Sprachen soviel anders ist, sofern man damit auch nette Hobbyanwendungen erstellen kann.

Bei Ruby spielt vielleicht etwas anderes eine Rolle: Unsicherheit bezüglich der Zukunft bei Leuten, die irgendwie durch Software leben. Dieser Unsicherheitsfaktor hat bestimmt schon dazu geführt, dass einige Ruby-Projekte inzwischen deshalb eingeschlafen sind, weil die Leute das in anderen Sprachen machen.

Die Masse der Hobby-Programmierer wird genauso verschwinden wie sie gekommen sind, wenn eine neue Sprache in ist. Man darf auch nicht vergessen, dass Hobby-Programmierer gleichbedeutend ist mit Teilzeitprogrammierer (ausser bei Millionären). Die für das Hobby zur Verfügung stehende Zeit ist begrenzt und schwankt auch häufig.

So seltsam es klingen mag, aber ich bin seit ich den Link zu Bundeswehr-Hochschule gesehen habe beruhigt. Solange ich durch Krankheit nur relativ wenig Zeit für Entwicklungen aufwenden kann, weiss ich, dass sie nicht verschwendet ist, weil Ruby auch in ein/zwei Jahren noch leben wird.

Jetzt stellt sich für mich ernsthaft die Frage, ob ich nicht ein Jahr investiere um mir die für mich notwendige Unicode-Unterstützung selber zu bauen - für Ruby.

Derartige Sicherheiten braucht eine Sprache. Nicht umsonst stehen auf den meisten Homepages Listen der Firmen und Organisationen, die die Sprache anwenden.

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 12:34 
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Ich wollte mit den "Hobbyprogrammierern" nur ansprechen, dass im Vergleich zu etwa PHP das Feld der Anwender bei Ruby eher in den Teilzeitbereich verschoben ist. PHP setzt jede noch so kleine Klitsche ein und jeder Homepage-Bastler, der mehr will außer statischen Seiten. Nun hinkt der Vergleich vielleicht ein bisschen, weil PHP ja vornehmlich aufs Web ausgerichtet ist, während Ruby andernorts erwachsen ist (oder wird). Aber OK, nehmen wir halt C/C++ als Vergleich.

Es ist dieses leidliche Angebot-Nachfrage-Spielchen:
- Was bietet Ruby dem, der sich durch den Lernprozess von C/C++ gequält hat? Wieviel Nachfrage besteht nach noch einer Programmiersprache?
- Was wird angeboten, das Ruby nutzt? Und wieviel Nachfrage besteht danach?

Die Frage nach den Fähigkeiten Rubys können wir außen vorlassen, denn Ruby ist mächtig genug. Nur ein Hobbybastler ist eben nicht immer in der Lage, Projekte dauerhaft allein zu stemmen. In anderen Sprachen gibt es dieses Wechselspiel zwischen kommerzieller und freier Software nach dem Motto: Was die können, können wir schon lange. Und das sogar mit gleichen Voraussetzungen.

Bei Ruby fehlt dieser Gedanke irgendwie noch, etwas nachzuprogrammieren und besser zu machen oder etwas ganz neues, trendiges zu bauen - was alle Leute interessiert. Die Sprache ist immer noch dabei, sich und ihre Möglichkeiten zu definieren. Und das nach so vielen Jahren. Das ist einer der Aspekte, der in die Unsicherheitshaltung reinspielt.


Ich hab mir mal die zip-Quellen zum unibw-Praktikum angeguckt und sofort Optimierungsbedarf festgestellt. Ist Ruby nicht toll? Ein Blick genügt und es lässt sich verstehen, was da steht. So ein Erfolgserlebnis bleibt in anderen Sprachen eher auf langer Strecke.

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 12:55 
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WoNáDo hat geschrieben:
Wenn ich auf Google nach der Kombination uni informatik python suche, erhalte ich Seitenweise links zu Anwendungen, Vorlesungen etc.

Wen ich das mit ruby statt python mache

Du solltest die FHs nicht vergessen. So wird offenbar an der FH Wiesbaden auch Ruby unterrichtet.

azuby hat geschrieben:
[...] sondern die Tatsache, dass man hier den reinen Quellcode weitergibt - also zum Teil Firmenkapital. In Java haben sie Bytecode in .class-Dateien, bei denen die Ideen zumindest nicht so schnell geklaut werden können.

Das Argument zieht IMO nicht wirklich. Java-.class-Dateien koennen extrem gut dekompiliert werden (eine Google-Suche nach "java decompiler" bringt 5 Links zu Decompilern in den ersten 6 Treffern), genauso wie .NET-Assemblies (interessierte moegen sich mal Lutz Roeders' .NET Reflector ansehen.
Ja, es gibt Bytecode-Obfuscators, aber die helfen auch nur bedingt. Wenn eine Firma darauf aus ist Ideen & Algorithmen zu klauen, wird das kein Hindernis sein, denn die JRE bzw. .NET Runtime muss das ganze ja schliesslich noch immer lesen koennen - und somit koennen es auch Menschen.
Das geht sogar mit Sprachen rel. gut, die nativ kompiliert werden (C, C++), auch wenn hier Kenntnisse in Assembler unumgaenglich sind. Obfuscator sind auf diesem Level effektiver, aber auch sie koennen jemanden mit entsprechendem Willen nicht aufhalten.

Sprich, dieses Argument sieht nur auf dem Papier gut aus - in der Realitaet bringts nicht viel.

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BeitragVerfasst: 19 Apr 2006, 12:57 
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WoNáDo hat geschrieben:
Jetzt stellt sich für mich ernsthaft die Frage, ob ich nicht ein Jahr investiere um mir die für mich notwendige Unicode-Unterstützung selber zu bauen - für Ruby.

Moechtest du die als Library realisieren oder direkt in den Interpreter einbauen?

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